„Sonnig war es zwar, aber die Vorboten der Schafskälte machten sich be- merkbar: Bei empfindlicher Kühle ging ich am Freitag, 5. Juni, mit Klaus Schnarrbach durch Fließem.

Fließem_1 Fließem_4

Klaus ist der Ortsbürgermeister von Fließem. 1974 kam ich in seine Dienstgruppe bei der Polizei in Bitburg und “machte die Lehre” bei ihm. Seit dieser Zeit bin ich mit Polizeihauptkommissar Schnarrbach befreundet. Im gleichen Jahr wurde Klaus Mitglied im Fließemer Gemeinderat. Ortsbürgermeister und im Verbandsgemein- derat ist er seit 25 Jahren. Für beide Ämter kandidiert er wieder, und ich wünsche ihm viel Erfolg. Klaus hat noch viele andere Posten, die er zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger – nicht nur der  Fließemer – ausübt. Er ist allseits bekannt und anerkannt. Seine Fans können sich freuen: Ende September geht er in Pension und hat dann noch mehr Zeit für sie!

Gleich zu Anfang möchte ich auf www.Fließem.de hinweisen. Die immer aktuelle Website, mit ausführlichen Informationen rund um Fließem. Eine gute Homepage, insbesondere für alle Neuigkeiten. Aber man kann sich auch in historische und touristische Berichte vertiefen und Fotos der Sehenswürdigkeiten betrachten.

Wer Fließem aus den 70er Jahren kennt und es mit heute vergleicht, stellt den enormen Aufschwung fest. Es hat sich in jeder Beziehung zu einem Musterdorf in der VG gemausert. Eine solche Entwicklung kann ein Dorf nur nehmen, wenn die Bürgerinnen und Bürger gemeinsam anpacken und einen Mann wie Klaus Schnarrbach an der  Spitze haben, der die Fäden zieht und das Heft in der Hand hält. Mit ihm durch sein Dorf zu gehen, war ein Vergnügen und persönliche Kontakte hatten wir zuhauf. Vormittags besuchten wir die Neubaugebiete, die bis auf zwei Baustellen schon wieder belegt sind. Aber, man hat “einen neuen Plan in der Tasche” für das nächste Baugebiet. Das muss sein, denn die Nachfrage ist immer noch groß.

Wir sprachen mit dem Landwirt Born jun. in der Otranger Straße. Er führt einen Milchviehbetrieb und es war interessant, seine Beurteilung der Lage in der Landwirtschaft zu erfahren. Danke für die Auskünfte aus erster Hand.
Fließem_11 Fließem_10

Am Nachmittag gesellten sich Monika Fink und Gemeinderatsmitglied Ludwig Leinen zu uns, und wir machten eine gemütliche Runde durch den Ortskern. Über mangelnde Bürgerkontakte konnten wir uns nicht beklagen. Auf dem Hof vor der Gaststätte Barg stand wieder die “Mobile Bankzweigstelle der Raiffeisenbank östliche Südeifel” mit meinem Bekannten Klaus Schmitz. Ihn hatte ich ja schon in Metterich getroffen, wo er mir während meines Rundganges Unterschlupf vor dem Dauerregen gewährte. Als Kunden der Raiffeisenbank nutzten Monika und ich jetzt die Gelegenheit, uns etwas Bares zu besorgen.
Fließem_31 Fließem_17

In der der Kirchstraße steht ein Haus mit außergewöhnlichem Anstrich. Eigentümer ist der Künstler Nikko. Er lud uns sofort ins Atelier ein und gewährte einen Einblick in sein künstlerisches Schaffen. Er fühle sich sehr wohl in Fließem, die Leute seien alle nett, teilte er uns in Luxemburgisch mit. Zurzeit hat ein weiterer Künstler, der Bildhauer Bustamante Cayo aus Chile, sein Atelier in Fließem eingerichtet. Mal sehen, ob sich die Gelegenheit ergibt, den beiden zusammen mit hiesigen Künstlern eine Ausstellung im Bereich der Verbandsgemeinde zu ermöglichen.

Fließem_23Fließem_22Fließem_24

Zum Kaffetrinken waren wir zu Hedi Barg in ihre Gaststätte gegenüber der Kirche eingeladen. Der jetzt verstorbene Ehemann von Frau Barg wurde im Jahre 2003 für 50-jährige Mitgliedschaft in der SPD geehrt. Zitat aus dem TV von damals: “Bei drei Sozis in Fließem dachte man, nun bricht der Kommunismus aus, meinte Josef Barg”. Frau Barg gab auch noch eine Anekdote aus dem Dezember 1968 zum Besten: Damals wurde mein jüngster Bruder Andreas geboren, und Frau Bargs Sohn Roland kam zur Welt. Beide Mütter lagen im Bitburger Krankenhaus. Roland habe an die vier Pfund gewogen. Unser Nesthäkchen soll deutlich schwerer ge- wesen sein. Eines Tages hatten die Schwestern die beiden Kinder vertauscht. Die Frauen bemerkten den Irrtum sofort. Frau Barg lief auf den Flur und traf dort schon auf unsere Mutter, die seelenruhig in Meckeler Platt gesagt habe: “Watt soll eijch daan hei matt dem deierlijen Kand?!”.

Der Tag in Fließem war rundum aufschlussreich und interessant. Es hat Freude gemacht, hier zu sein.  Neue und alte Bausubstanz, Gewerbe, Handel, Land- wirtschaft und Tourismus ergänzen sich perfekt. Das Dorfleben ist geprägt von vielen Vereinen und einer aktiven freiwilligen Feuerwehr. Und der Gewerbepark Fließem rundet die Erfolgsstory ab. Davon durfte ich mich bereits im April bei meinem Besuch dort überzeugen.

Fließem_13Fließem_25Fließem_8Fließem_5Fließem_20Fließem_2Fließem_6Fließem_14

Vielen Dank an die Bürgerinnen und Bürger von Fließem für Ihren herzlichen Empfang und die Einblicke in Ihr Leben. Ich habe mich auch über die vielen Erfolgswünsche zur Wahl gefreut. Merci, Frau Barg, für die schönen Erinnerungen und den Kaffee. Dir, lieber Klaus Schnarrbach, Danke für die Begleitung und gute Unterstützung. Und auch herzlichen Dank an Monika Fink und Ludwig Leinen.”